Das ECOINN Hotel am Campus, laut neuem CO2-Fußabdruck auch weiterhin das ökologischste Hotel Europas und demnächst wahrscheinlich für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020 nominiert, feierte mit 40 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Nachbarschaft seinen 10. Geburtstag. Neben Festredner Jürgen Trittin waren u.a. die Ministerialdirektorin des Landwirtschaftsministeriums Grit Puchan, Theaterintendant Friedrich Schirmer, der Prorektor der Esslinger Hochschule Prof. Dr, Czarnetzki, Dehoga-Vizepräsident Hans-Ulrich Kauderer und der Chef des benachbarten Jugend- und Kulturzentrums Komma, Amos Heuss, unter den Gratulanten. Auch die Urbacher Bürgermeisterin, B.A.U.M.-Vorstand Schwager oder der neue Esslinger Gemeinderat und „Modekönig“ Alexander Kögel mit Frau war zugegen.

Hotelmanager Thomas Puchan verwies in seiner Begrüßung u.a. auf die Klimapositivität und Energieautarkie des Hotels, die auf der eigenen regenerativen Energieerzeugung basiert, hob aber auch das ECOINN als Sozialunternehmen hervor. Er begrüßte Festredner Jürgen Trittin als „Wunschredner“ für das Jubiläum, sei der doch der letzte Bundesumweltminister gewesen, der diesen Titel verdient habe. „Die friydays-for-future-Bewegung hätte ihre helle Freude an Ihnen!, lobte Puchan.

Jürgen Trittin lobte in seiner Rede u.a. die außergewöhnlichen Aktivitäten des Hotels für Umwelt und Klimaschutz, aber auch die besonderen Verdienste auf der sozialen Ebene, die neben Ökologie und Ökonomie die dritte Säule der Nachhaltigkeit sei.

„Ein Vorbild für die Wirtschaft generell, insbesondere aber in der deutschen Tourismus- und Wirtschaftsszene ist Ihr Haus“, konstatierte Trittin, und überraschte Hotelmanager Thomas Puchan mit dem neuen, aktuellen CO2-Fußabdruck von Viabono, der, auf eine durchschnittliche Übernachtung bezogen, wie schon 2017 der niedrigste in ganz Europa ist.

„Man kann Ihnen, lieber Herr Puchan, nur gratulieren und hoffen, dass Sie diesen konsequenten Weg weiterverfolgen und hierbei von allen Seiten unterstützt werden, ob durch Ihre Stadt oder von weiteren Behörden und Institutionen. Die Innovationskraft, die die deutsche Wirtschaft und Politik in früheren Zeiten auszeichnete, ist in den vergangenen 14 Jahren abhandengekommen, China gibt uns die Linie vor, das ist beschämend.

Innovative Vorbilder und Leuchttürme brauchen wir also dringend in der hiesigen Wirtschaft, und das sind Sie ganz ohne Zweifel.“

Ob der Ausbildungsverbund für junge Menschen aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, den Puchan gegründet hat und leitet, die nachhaltige Bildungsoffensive für Hotelfach-Azubis oder das Engagement für Nachhaltigkeit in Verbänden und Netzwerken: „Sie tun deutlich auch hierbei mehr als Sie müssten, aber das ist auch nötig, um unsere Welt lebenswert zu erhalten.“

Ungeteiltes Lob sowie die Dehoga-Umweltcheck-Urkunde in Gold 2019 erhielt das ECOINN-Team auch von Dehoga-Landespräsidiumsmitglied Hans-Ulrich Kauderer.  

„Sie passen als Nachbar zu uns wie die Faust auf’s Auge“, stellte leicht augenzwinkernd Prorektor Prof. Dr. Walter Theodor Czarnetzki von der benachbarten Hochschule in seinem sehr herzlichen Grußwort fest. „Wir forschen nachhaltig, Sie wirtschaften nachhaltig!“ Er bedauerte den zu frühen Tod des ECOINN-Machers Rainer Dold und versicherte Thomas Puchan die „von Seiten der Hochschule Esslingen tiefempfundene, langjährige Freundschaft auch für die künftigen Jahrzehnte“.

Puchan, der seit 2012 die Geschicke des Hauses leitet, bedankte sich außerordentlich auch bei seinem Team, ohne das der Erfolg nicht möglich gewesen wäre und ist, und betonte in seiner Replik bilanzierend die wichtigsten Fakten und Auszeichnungen aus 10 Jahren:

  • 2009, nach 2 Jahren Sanierung und Umbau der historischen Mühle, Eröffnung des ECOINN Hotel am Campus durch Bundesbauminister Tiefensee als „bundesdeutsches Vorzeigeprojekt“
  • weit über 500 Menschen mit Handicap fanden seither Qualifikationsmöglichkeiten und Beschäftigung
  • seit 2012 ökozertifiziertes, müllfreies Frühstücksbüffet mit mittlerweile fast 90 % Bio- und über 90 % Regionalanteil
  • 2012 Auszeichnung durch Viabono und Umweltminister Untersteller als erstes Klimahotel in Baden-Württemberg
  • 2013 erstmals Dehoga-Umweltcheck in Gold
  • 2014 Klimapreis der Stadt Esslingen
  • 2014: Unterzeichnung der „Charta der Vielfalt“ mit der Staatsministerin im Bundeskanzleramt in Berlin
  • Seit 2014 Mitgliedschaft beim Unternehmensverband UnternehmensGrün e.V.
  • stetige Senkung des CO2-Fußabdrucks, seit 2017 geprüft der niedrigste pro Übernachtung europaweit
  • 2015 Eröffnung des angeschlossenen Tagungshauses ECONVENT
  • Seit 2016 Ausbildungsprojekt für junge Menschen aus Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit, 2017 Gründung eines Ausbildungsverbundes mit weiteren Ausbildungsbetrieben mit dem ECOINN als Verbundführer und Organisator
  • Seit 2017 Mitgliedschaft Greenline-Hotel-Kooperation
  • stetige Energieeffizienzmaßnahmen, so wurde 2018 eine Technik zur Abwärmenutzung der Stromturbine installiert
  • 2018 Umstellung auf chemiefreie Hausreinigung allein mit modernen Trockendampfreinigern
  • Seit 2018 Mitgliedschaft beim Unternehmensverband B.A.U.M. e.V.
  • 2018 Auszeichnung mit dem „Green Sign Level 5“, mit dem besten Ergebnis aller zertifizierten Hotels
  • Oktober 2018: Gewinner „Innovationspreis Ausbildung“ der IHK Region Stuttgart
  • 2018 Nominierung Umweltpreis Baden-Württemberg
  • 2018 Umweltpreis der Stadtwerke Tübingen
  • Ab September 2019 dritter Jahrgang nachhaltiges Bildungsprojekt für Azubis aus dem Gastgewerbe, unterstützt durch das Stuttgarter Umweltministerium und die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Sandra Rochnowski

Voraussichtlich Anfang Juli 2019: Nominierung für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020

Die Rede von Herrn Jürgen Trittin können Sie hier als ganzes nachlesen: Klimaschutz ist machbar

Die Eßlinger Zeitung schrieb am 26.06.2019 zu unserer Feier folgenden Beitrag:

Hotel Ecoinn wird gefeiert

Esslingen Als „ökologischstes Hotel Europas" hat sich das Esslinger Ecoinn einen Namen gemacht und es gilt in der Branche als Vorreiter einer Entwicklung, die ökologische und soziale Ansprüche betont. 2009 wurde das Hotel in einem• historischen Gebäude in der Kanalstraße, das die Betreiber „baulich und energetisch auf den Stand eines Neubaus" gebracht hatten, eröffnet. Seither wurde das Ecoinn, das mit dem Econvent zudem ein Tagungshaus in nächster Nähe betreibt, wiederholt für sein Engagement ausgezeichnet. Nun feierten Hotel-Direktor Thomas Puchan und sein. Team das zehnjährige Bestehen ihres Hotels. Beifall gab's dafür von zahlreichen Gästen und aus berufenem Munde: Der einstige Bundesumweltminister Jürgen Trittin, der später beirn „Talk im Econvent" zu Gast war (siehe nebenstehenden Text), würdigte das Ecoinn Hotel am Campus beim Festakt am Nachmittag als mutigen Wegbereiter nachhaltiger Hotellerie: „Ich übernachte häufig in Hotels, aber ich habe noch nie in einem energieautarken Hotel übernachtet."

Das Ecoinn will durch die Nutzung erneuerbarer Energie Umwelt und Klima entlasten. Angetreten waren die Betreiber mit dem Ziel, allen Strom, der im Hotel verbraucht wild, regenerativ zu erzeugen. Tatsächlich wird die dreifache Menge im hauseigenen Wasserkraftwerk erzeugt die Wärme für Heizung und Warmwasser bezieht man per Wärmepumpe aus Neckarwasser. „Damit sind wir ein Energie-Plus-Hotel", betont Puchan. Ein ökozertifiziertes Frühstücksbuffet ist ebenso Teil des Konzepts wie die Stadtbienenstöcke auf dem Dach. Und auch sozial zeigt das Ecoinn Flagge: Menschen mit Handicap gehören ganz selbstverständlich zum Team, auch bei der Ausbildung geht man neue Wege.

Prorektor Professor Walter Czarnetzki überbrachte zum Zehnjährigen die Glückwünsche der benachbarten Hochschule und wünschte sich „auch für die nächsten Jahrzehnte eine gedeihliche Zusammenarbeit". Dehoga Vertreter Hans-Ulrich Kauderel überreichte den Umweltscheck in Gold des Hotel und Gaststättenverbands und lobte: „Das ganzheitliche Konzept des Ecoinn verdient allergrößten Respekt. Wir würden uns wünschen, dass noch viele Branchenbetriebe diese Gedanken umsetzen." Das sieht auch Jürgen Trittin so: „Was Sie hier geschaffen haben, ist mustergültig. Und es zeigt, dass Energieautarkie und C02-Neutralität machbar sind," Beispiele wie dieses zeigten, dass es richtig sei, unerlässliche Veränderungen im Interesse von Klimaschutz und Nachhaltigkeit mutig anzugehen, statt nur abzuwarten. (adi)

Hier einige Bilder unserer Feier

previous arrowprevious arrow
next arrownext arrow
Slider